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Wussten Sie schon, dass ... unsere Nutzpflanzen zu ca. 80% von Honigbienen bestäubt werden?
Wussten Sie schon, dass ... Obst- und andere Fruchterträge bei Bienenbestäubung ca. drei- bis viermal höher ausfallen?
Wussten Sie schon, dass ... Bienenvölker zwischen 20 bis 70.000 Arbeitsbienen besitzen?
Wussten Sie schon, dass ... eine Biene im Sommer nur sechs bis sieben Wochen lebt und sich in der Arbeit verbraucht? Winterbienen leben bis zu neun Monate; eine Königin zwischen drei und fünf Jahren!
Wussten Sie schon, dass ... eine Königin im Mai/Juni bis zu 2.000 Eier pro Tag legt und in einem Jahr bis zu 130.000?

Interesse am Imkern und Bienenzüchten?

Wir treffen uns

jeden 2. Mittwoch im Monat
um 19:30h in der
Hegelstr. 29
40723 Hilden


Einfach vorbei kommen!

(kein Treffen im August und Dezember)

Kontakt: J. Caspary, Tel.: 0176-50483929

E-Mail: j.caspary (at) unitybox.de

Imkerei im Rheinland um 1900

Dass  sich  die  100jährigen  Jubiläen  vieler  Vereine  mit  sehr  unterschiedlichen Themensetzungen und Interessen in unserer Zeit häufen, liegt an der besonderen Stimmung für Zusammenschlüsse und Vereinsgründungen in den Jahren um die Jahrhundertwende 1900. Wie das bei der Bienenhaltung und -zucht aussah, geht aus einem Text aus dem Jahre 1904 des sehr aktiven Bienenpropagators Anton Schulzen hervor.

"In  unserer  Zeit  des  mächtigen Aufschwunges  und  großartigen  Fortschrittes  auf allen Gebieten menschlichen Wissens und Könnens hat auch die Bienenzucht ihr Aschenbrödel-Dasein  abgestreift  und  sich  zu  einem  beachtenswerten  Faktor  in wissenschaftlicher  und  kultureller  Beziehung  durchzuringen  verstanden. Sie gilt nicht mehr bloß als Poesie der Landwirtschaft, als Nebenerwerb oder gar Spielerei. Denn  sehr  viele  Imker  betreiben  sie  als  Selbstzweck  und  finden  ihre  Rechnung dabei; sie vermag heutigen Tages ihren Mann zu ernähren. Namentlich in Amerika und Australien haben eine Menge Züchter ihre Anlagen zu Industrie-Etablissements ausgebildet und die Bezeichnung "Beekeeper" zu einem klangvollen Namen gemacht.

Sollten  derartige  Beispiele  nicht  hinreißen?  Freilich  entstehen  einträgliche Geschäfte  nicht  innerhalb  24  Stunden.  Ihre  Gründung,  Leitung  und  Erhaltung erfordern Männer, die dem gesteckten Ziele mit Ausdauer zustreben und sich durch Misserfolge nicht entmutigen lassen. An solchen fehlt es, gottlob, auch in unserem Vaterlande nicht, und ihnen bietet sich Gelegenheit zu gewinnbringender Betätigung ihres Fleißes in der Bienenzucht. Sie darf jedoch nicht nach dem unrentablen Verfahren manches Immenvaters, muß vielmehr durchaus fachmännisch betrieben werden. In diesem Sinne Anregung und Anleitung zu geben, ist aber der Hauptzweck der folgenden Zeilen.

Es wäre indes verkehrt, sich nur auf den reinen Honigtopf-Standpunkt zu begeben und die Bienen bloß als Nutztiere betrachten zu wollen. Eine solche Auffassung verbietet  schon  das  ganze  Wesen  der  Bienenzucht.  Ein  poetischer  Hauch  hat diesen sogenannten Nebenzweig des Ackerbaues stets umflossen und wird ihm anhaften bis zum Ende der Tage. Den vollen Nutzen gewährt die Imkerei folglich dem  allein,  der  mit  dem  Nützlichen  auch  das  Angenehme  verbindet.  Möge  die Schrift auch in dieser gemütbildenden Richtung Segen stiften!" Dieser Text ist das Vorwort von Anton Schulzen zu seinem Buch "Der praktische Bienenzüchter", Erstauflage 1904.

Wenn man es heute auch etwas anders ausdrücken und vielleicht etwas andere Akzente setzen würde, die Ziele, die Anton Schulzen beschreibt und verfolgt hat, bestehen  unverändert  fort. Auch  der  poetische  Hauch,  den Anton  Schulzen  am Schluß  seines  Vorworts  der  Imkerei  zuschreibt,  ist  nicht  verflogen.  Zu  unserem Verein stand Anton Schulzen, damals Hauptlehrer in Viersen und Redakteur der Rheinischen Bienenzeitung, ebenfalls in Beziehung.  So  hat  er  in  Hilden  ein  Jahr  nach  der  offiziellen  Gründung  vor  den  damaligen Mitgliedern  unseres  Bienenzuchtvereins  über  das  Thema  "Ertragreiche  Bienenzucht" gesprochen. Und zwar im Stammlokal "Zum wilden Mann" am Sonntag, dem 21. April 1907, nachmittags 4 Uhr. Dass Anton Schulzen von unserem noch jungen Verein  als  kompetenter  Vortragender  gewonnen  werden  konnte,  zeigt,  wie  engagiert die Mitgliederschulung und -information betrieben wurde.

Wer  war Anton  Schulzen?  Geboren  am  14.  September  1860  in  Wirtsfeld  in  den Ardennen nahe Malmedy, damals deutsch, jetzt belgisch. Ausbildung zum Volksschullehrer in Kornelimünster mit Bestnoten in Naturkunde und weniger guten im Klavierspiel. Später Hauptlehrer der Volksschule Bockert in Viersen bis zum Ruhestand 1. Oktober 1924.

Im August 1904 übernahm er mit Erlaubnis der vorgesetzten Behörde für lange Zeit zusätzlich das renommierte und einflußreiche Amt des Redakteurs der Rheinischen Bienenzeitung (ggr. 1849). Zahlreiche Vorträge im In- und Ausland (Budapest 1910, Konstanz  1911  z.B.);  Leitung  von  Imkerkongressen  und  überregionalen  Lehrtagungen.  Nicht zuletzt hat er viele seiner Lehrerkollegen für die Imkerei begeistert, geschult und  als  Multiplikatoren  gewonnen.  Er  hat  auch  ab  1917  speziell  für  Kriegsbeschädigte Bienenzuchtkurse abgehalten. 

"Der praktische Bienenzüchter" von Anton Schulzen führt übrigens den Untertitel 'Handbuch  zum  Betriebe  einer  gewinnbringenden  Bienenzucht  mit  beweglichen und unbeweglichen Waben unter besonderer Berücksichtigung der rheinisch-westfälischen Verhältnisse'.

 
Zusammengestellt von Toni Hochmuth

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