Bienen und die Umwelt

"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.
Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr."
Albert Einstein, 1949

Albert Einstein war allerdings nicht der Erste, der die Bedeutung der Bienen für den Naturhaushalt erkannte. Diese Ehre gebührt Christian-Conrad Sprengel, der 1793 in einer veröffentlichten Arbeit den Zusammenhang zwischen Blüten und Bienen beschrieb. Sein noch heute gültiger Leitsatz lautete: "Die Bienenzucht befördert die Wohlfahrt aller Einwohner eines Landes. Der Hauptzweck der Bienenzucht ist nicht der Gewinn an Honig und Wachs, sondern die Befruchtung der Blumen und Beförderung reichlicher Ernte. Der Staat muss ein stehendes Heer von Bienen haben." 

Bestaeubungsleistung von InsektenHeute wissen wir, dass das Erscheinen der Blütenpflanzen auf der Erde vor vielen Millionen Jahren eng mit der Entwicklung der Blüten bestäubenden Tiere, und hier vor allem den Insekten, verbunden ist. Was uns an den Blumen
fasziniert, nämlich Farbe, Form und Duft der Blüten, dient einzig und allein der Signalwirkung auf ihre Bestäuberinsekten. Pflanzen, die den Wind zur Bestäubung nutzen, das sind etwa 10% der Blütenpflanzen, bilden nur ganz  unscheinbare Blüten aus. Und aus den Blüten entstehen schließlich Früchte. Ein Drittel, dessen was der Mensch isst, hat seinen Ursprung in der Bestäubungsleistung von Insekten, und davon wiederumentfallen ca. 80% auf die Bienentätigkeit.

Sehen wir uns einige Vorteile des Nutztiers Biene gegenüber anderen Blüten bestäubenden Insekten an:

1. Die Biene ist das einzige Insekt, welches schon im zeitigen Frühjahr in großer Individuenzahl auftritt, um die früh blühenden Kulturpflanzen (z.B. Kirsche, Raps) zu besuchen. Ohne Honigbienen würde die Ernte an Obst recht bescheiden ausfallen.

2. Viele Blüten sind auf die Bestäubung mit Pollen der gleichen Pflanzenart angewiesen. Bienen sind blütenstet, d.h. sie bleiben ausdauernd bei einem lohnenden Pollen-/Nektarangebot einer Pflanzenart. Dadurch gewährleisten sie den
größten Nutzen für die Pflanze. Im Übrigen bedingt die Blütenstetigkeit die Erzeugung der von uns Verbrauchern so geschätzten Sortenhonige.  

3. Je mehr Pollen auf die Narbe der Blüte gelangt, desto mehr Samenanlagen und somit mehr Fruchtfleisch kann angesetzt werden. Ohne Bienen hätten Äpfel und Beerenfrüchte nicht die symmetrische Form und die von uns gewohnte Größe. Der behaarte Bienenkörper ist optimal für den Pollentransport eingerichtet. Mehr Früchte und bessere Qualität sind das Ergebnis. 

4. Bienenvölker sind transportabel, und der Wanderimker bringt sie gezielt dorthin, wo sie gebraucht werden. Viele Kulturen mit landwirtschaftlichen Nutzpflanzen (z.B. Kirsche, Pfirsich, Nektarine, Aprikose, Melone, Buchweizen, rote Johannisbeere) sind für einen lohnenden Ertrag zwingend auf Bienen angewiesen.

5. Die Biene sammelt nicht nur Nektar und Pollen für ihren eigenen Tagesbedarf, sondern legt als Reserve für den Winter Nahrungsvorräte an. Dadurch steigt die Bestäubungsleistung.  Die Leistungen der Biene kommen natürlich im gleichen Umfang auch den Wildpflanzen zugute. Davon profitieren unmittelbar alle wildlebenden Tiere. Ohne Insekten als Bestäuber wäre das ökologische Gleichgewicht gestört, die Landschaft und das Klima verändert.